Handwerk die verschiedenen Bereiche

Handwerksberufe von Food bis Bau

Aber gerade in der Lebensmittelbranche: Nahrungsmittel und Genusswaren bewirkt das Handwerk...mit seinen restriktiven Regeln und Vorgaben einen umfassenden Schutz des Verbrauchers. Denn das Ziel der Handwerksinnungen ist nicht, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu monopolisieren, sondern die Menschen vor den Gefahren zu bewahren, die entstehen, wenn mit bestimmten Produkten wie eben Lebensmitteln unsachgemäß umgegangen wird.

Zünfte im Handwerk

Handwerk-DachdeckerDie Handwerkszünfte besitzen in Deutschland eine sehr lange Tradition. Der Ursprung des Handwerks, das sich in Zünften zusammenschließt, ist im Baugewerbe zu suchen. Im Hochmittelalter begannen die Menschen immer stärker, sich in großen Siedlungen niederzulassen. Die ersten Städte entstanden und mit ihnen bereits alle Probleme, die urbane Flächen besitzen. Abwasser und Wasserversorgung mussten geregelt werden. Die Abfälle waren zu beseitigen und Häuser mussten gebaut werden. Bestimmte Berufsgruppen stellten fest, dass Sie sich im Verband besser organisieren konnten. Mit der Gründung der ersten Zünfte begann auch etwas, das sich bis in unser heutiges Leben auswirkt und das im Laufe der Jahrhunderte immer wieder eine Erneuerung fand. Die ersten Standards wurden festgeschrieben. Die Vorläufer unserer DIN und EC. Eine dieser ersten Standards waren zum Beispiel Ziegel. Mit einem einheitlichen Ziegel konnten die Mitglieder der Maurerzunft den Bau eines Hauses viel einfacher kalkulieren. Das Festlegen von Standards war ein prägendes Merkmal der Zünfte.

Die Zünfte selbst fanden ihr Ende im 19. Jahrhundert mit der Gewerbefreiheit und wurden durch die Handwerksinnungen abgelöst. Die in Deutschland bis 2004 bestehende Handwerksordnung wurde im Rahmen der EU-Verordnungen und Anpassungen novelliert. Bei einigen Berufen wurde die sogenannte „Meisterpflicht“ aufgehoben, um den Zugang zu dem jeweiligen Gewerbe innerhalb Europas zu erleichtern. Der „Meisterzwang“ beschränkt sich seit 2004 auf 41 Berufe und dient dem Schutz vor Gefahren für Gesundheit oder Leben von Dritten, so die Formulierung im Gesetzentwurf.

Handwerk und Industriefür das HandwerkHandwerksbereich

Diese Formulierung trifft den Kern der Sache beziehungsweise die Handwerksordnung, genau. Die meisten Menschen haben schon einmal einen Urlaub im ferneren Ausland verbracht und teils recht unappetitliche Erfahrungen sammeln können im Bereich der Lebensmittelverarbeitung. Fleisch, das offen in der Sonne liegt und Heerscharen von Fliegen anlockt, wird zum Verkauf angeboten. Nur ein Beispiel von vielen, warum der Gesetzgeber in Deutschland die Handwerksinnungen unterstützt. Doch Lebensmittel und deren Verarbeitung sind nur ein Teil der schützenswerten Berufe. So mancher stellt sich die Frage, warum zum Beispiel der Friseur dem Meisterzwang unterliegt? Weil die Gesundheit seiner oder Ihrer Kunden auf dem Spiel steht. Ein Friseur handhabt in seinem Beruf recht aggressive Mittel, die der Kopfhaut und den Haaren eines Menschen bei falscher Anwendung schweren Schaden zufügen kann. Bei der Hinterfragung eines Handwerksberufes muss immer zuerst zu Ende gedacht werden. Was kann in letzter Konsequenz geschehen, wenn unsachgemäß vorgegangen wird.

Berufe und Ausbildungen im Handwerk

Das Handwerk und seine umfassenden Regeln zur Ausbildung erstrecken sich in viele Berufsgruppen hinein. In der Handwerksordnung sind 41 Berufe aufgeführt, die eine sogenannte Meisterpflicht voraussetzen. 52 Berufe sind zulassungsfrei und 57 Berufe verlangen keine Qualifikation.

handwerkerinOb nun mit oder ohne Meisterbrief. Das Handwerk in Deutschland bildet zusammen mit dem dualen Ausbildungssystem eine hervorragende Grundlage für eine Berufsausbildung. In nur wenigen anderen Ländern dieser Erde ist die Ausbildung so umfassend und gründlich wie hier in Deutschland. Wenn ein Handwerker, ob es nun ein Schreiner oder ein Zahntechniker ist, seine Materie kennt, ergibt sich daraus einfach ein besseres Produkt oder eine bessere Dienstleistung.
Manche Länder bauen in der Ausbildung fast nur auf Erfahrung und weisen den Berufsanfänger nur kurz ein. Jeder darf sich die Ihm passende Berufsbezeichnung zulegen. Welche Gefahren das birgt, muss wohl niemandem erklärt werden. Oder wollen Sie, dass der „Elektriker“ mit zwei Wochen „Berufsausbildung“ ihren Herd in der Küche anschließt?