Kindermoden - ein historischer Abriss

modische Kleidung für Kids

Unter Kinderkleidung versteht man im Allgemeinen die Mode für die Altersgruppe von 6 bis ca. zur Pubertät oder maximal bis 16 Jahren. Für Säuglinge gibt es nebenher die Babymode, für Kleinkinder die Kleinkindmode. Die Kindermode hat von den Anfängen bis heute eine enorme Entwicklung durchgemacht zur bunten Vielfalt.

Die Geschichte der Kindermoden

kids-babyÜber die Geschichte der Anfänge der Kindermode ist relativ wenig bekannt. Erst etwa seit dem 16. Jh. gibt es überhaupt Aufzeichnungen darüber, was Kinder früher als Kleidung getragen haben. Vom 16 Jh. bis hinein ins 19. Jh. trugen Mädchen und Jungen gleichermaßen ein bodenlanges Gewand, über das eine Schürze gebunden wurde. Jungen trugen grundsätzlich erst im Alter von 6 - 7 Jahren Hosen. Mädchen wurden damals wie kleine Frauen gekleidet. Schon seit dem 16. Jh. wurde ihnen im Kindesalter ein Korsett angelegt. Dies war allerdings nur bei adeligen Familien der Fall. In einfachen Familien war das Korsett eher kein Bestandteil der Kinderkleidung. Unter dem Einfluss der steifen spanischen Mode wurde jungen Mädchen eine Bleiplatte auf den Oberkörper gelegt, die das Wachstum der Brüste verhindern sollten, weil große Brüste als unschicklich galten. Bis ins 19. Jh. wurden kleine Kinder an Gängelbändern (fast wie Leinen) geführt und trugen ein Fallhütchen, um sich beim Laufenlernen nicht zu verletzen.

Kindgerechter wurde die Kinderkleidung erst mit dem Beginn der Aufklärung im 18. Jh. Seit dem Ende des 18. Jh. gab es für Jungen einen einteiligen Knabenanzug, für Mädchen Kleider ohne Korsett und Mieder, so genannte Hängerkleidchen. In Österreich verbot sogar Kaiser Joseph II. gänzlich Mieder für Mädchen in allen Mädchen-Erziehungsansalten. In Schulen führte man Schuluniformen ein. Jungen, die aus der Oberschicht kamen, hatten eine Kadettenuniform.

In der Zeit des Biedermeiers gab es für Jungen ein Kleid mit langer Hose oder eine Matrosenuniform. Mädchen trugen Kleider, die kürzer und weiter geschnitten waren als die der Frauen. Bis sie ca. 11 Jahre alt waren, trugen sie darunter mit Rüschen verzierte Beinkleider und meistens über dem Kleid eine Schürze. In der Mitte des 19. Jh. drängte man sie aber doch wieder in ein Korsett. Um das 19. Jh herum trugen Jungen Kniebundhosen mit Rock. Diese Hose hielt sich bis in die 50er Jahre. Bei den Mädchen ging die Mode zu Glocken- un Faltenröcken über. Der Rocksaum wurde nach dem ersten Weltkrieg über das Knie angehoben. Das Korsett kam nun ganz aus der Mode. In der Zeit des Nationalsozialismus trugen alle Kinder Uniformen. Seit den 60er Jahren orientiert sich die Kindermode an der Erwachsenenmode.

Heutzutage gibt es eine Fülle an Kinderkleidung aus ganz verschiedenen Materialen, Farben und Formen. Helden und Heldinnen der Kinder finden sich oft als Embleme auf der Kinderkleidung wieder. Es gibt diverse Designer, die sich auf Kindermode spezialisiert haben. Allerdings wird in der Kinderkleidung stärker als bei der Bekleidung Erwachsener auf die Unbedenklichkeit der Stoffe geachtet, da Kinder eine empfindlichere Haut haben.