Schuhmode - von der römischen Sandale bis zum Sneaker

Ein kleiner Gang durch die Zeiten der Schuhmoden

Lange kam der werdende Mensch nicht am Tragen von Schuhen vorbei, wenn er in kälteren Regionen lebte. Er behalf sich mit Fellen, Palmblättern oder Lederstücken, die er um den Fuß wickelte. Schaut man heute auf die Füße, findet man dort die Vielfalt der Schuhmode heutiger Zeit vertreten. Kostümfilme ermöglichen uns Einblicke in die Schuhmode vergangener Zeiten. Damals wie heute musste Schuhmode nicht unbedingt bequem sein, um trendy zu werden.

Der Beginn der Schuhmode

Die römische Sandale stellt wahrscheinlich den einfachsten Schuh dar, den man kennt: Eine lederne Sohle wird mit Bändern am Bein fixiert. Leider können wir nicht wissen, wie der früheste "echte" Schuh aussah, weil keiner überliefert wurde. Aufgrund ausgegrabener Werkzeuge und Knochenfunde schloss man darauf, dass schon der Homo Sapiens schuhähnliche Fußbekleidung trug. 1938 entdeckte man Überreste von indianischen Bastfaser-Schuhen. Relikte von formlosen Lederschuhen aus dem Jahre 4300 vor Christus fand man in der Schweiz. Die 1000 Jahre älteren Schuhe der Gletschermumie "Ötzi" entpuppten sich als Rindslederschuhe mit Fell-Innensohle und Schnürbändern. In der Antike waren verschiedene Schuhtypen bekannt. Die Ägypter trugen Sandalen mit Zehenstegen, die Römer die bereits erwähnten Schnürsandalen. Geschlossene Schuhe kannten die Byzantiner bereits im ausgehenden vierten Jahrhundert. Das Mittelalter trug durch den Schnabelschuh zur Modevielfalt bei. Hier probierte man das erste Mal anspruchsvollere Materialgestaltungen und Verschlussarten. Spitz zulaufende Schuhe waren vom 11. bis ins 12. Jahrhundert angesagt. Später dominierten runde Schuhspitzen, bis die Mode sich erneut wandelte. Kreuzzügler aus der Oberschicht ließen sich von orientalischen Vorbildern inspirieren. Bereits damals unterschied man zwischen Arbeitsschuhen und Schuhen, die man bei Hofe oder an Feiertagen trug.

Schuhmode um 1600 bis heute

schuhmode-damen-herrenPlateauschuhe kannte man schon im 16. Jahrhundert in mehreren Ländern. Im Venedig dieser Zeit trug man extravagante Stöckelschuhe, die so hoch waren, dass man Stützen benötigte, um darauf gehen zu können - Schuhmode war eben nicht immer bequem. Mit dem 17. Jahrhundert kam der Absatz an die Schuhe. Seine Höhe, Form und Breite variierte mit den Jahrhunderten, ebenso die Art der Schuhe. Mittlerweile gab es Modediktate. Mit Entstehen der Schuhfabriken wurden Schuhe bezahlbarer. Doch erst seit 1850 unterschied man rechte und linke Schuhe. Heutzutage entwickelt man immer neue Schuhmoden. Unfälle auf den Laufstegen der Modemetropolen weisen darauf hin, dass nicht alles bequem oder sicher ist. Manche Schuhmodelle sind sogar zum Kunstgegenstand erhoben worden. Man kann problemlos Qualitätsschuhe in Übergrößen oder in sehr kleinen Schuhgrößen anfertigen, Turnschuhe mit Sicherheitskappen und durchtrittssicherer Sohle ausstatten oder "vegane" Schuhe anfertigen, bei denen man auf tierische Produkte verzichtet. Schuhe können mit atmungsaktiven Membranen, ultrahohen Absätzen oder auswechselbaren Fußbetten ausgestattet werden. Man unterscheidet die Schuharten nach ihrer Funktion, nach bestimmten Modellen, nach der Machart, der Schuhform, dem Verschluss oder dem Geschlecht. Der funktionelle Sportschuh, der Stiletto oder der Trachtenschuh sind gleichermaßen salonfähig. Den Unterschied zwischen Fußballschuhen, Pumps, Trekkingboots, Baseballstiefeln, Bootsschuhen, Ballettschuhen, Sicherheitsstiefeln, Zunftschuhen, Sandaletten und Gummistiefeln muss einem niemand erklären. Was Brogues, Peep-Toes, Sneaker, Penny Loafer, Duck-Boots, Mokassins, Fetisch-Overknees und Monkstraps unterscheidet, wissen eher die Kenner der Schuhmoden.

Die Zeiten, in denen man ein Paar Schuhe für jede Jahreszeit besaß, sind vorbei. Zwar hütet man in Normalfall keine 400 Schuhmodelle, aber doch eine erkleckliche Zahl unterschiedlicher Schuhmodelle für verschiedenste Zwecke.