moderne und klassische Bademoden

...ein historischer Abriss bis zur heutigen Bademode

Was man dabei am besten trägt, bleibt einem, im Gegensatz zu früher, selbst überlassen.

Bademode zur Zeit der Römer

Im Alten Rom war das Baden, wie andere Sinnesfreuden auch, ungemein beliebt, und auf sizilianischen Mosaiken sind Römerinnen in bikiniähnlichen Badeanzügen abgebildet. Der Niedergang des Römischen Reiches machte dann auch erst einmal mit dem öffentlichen Baden Schluss.

Keusche Bekleidung im 19. Jahrhundert

Für Frauen war das Baden Anfang des 19. Jahrhunderts absolut kein Vergnügen. Sie mussten Gewichte an ihren Baderöcken tragen, die verhinderten, dass der Auftrieb die Beine sichtbar machte.

Mitte des 19. Jahrhunderts trug man knielange Pumphosen mit Gummizug, und 1880 kam der aus Hose und Bluse in einem Stück bestehende Prinzessschnitt auf den Markt. Mütze und Strohhut waren obligatorisch. Nach und nach fielen immer mehr Hüllen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen erste Badeanzüge in Mode, die man zusammen mit schwarzen Strümpfen trug. Um 1915 gab es gestrickte Badeanzüge, dazu Bademützen, die wie unsere heutigen Duschhauben aussahen.

Bademoden im 20. Jahrhundert zeigten nackte Haut

Bademode in den „Goldenen Zwanzigern“ war farbiger und knapper. In New York wurde öffentlich Badekleidung gezeigt, und die Korseletts und Gewichte verschwanden allmählich. Badeanzüge aus Frankreich waren der letzte Schrei.

1930 wurde es wieder eher streng und funktionell. Bauhaus und andere Kunstrichtungen brachten Nüchternheit und Stromlinienform in die Bademode, es kamen Accessoires wie Bademützen, Sonnenhüte und Badeschuhe dazu. Die Stoffe wurden leichter und dünner.

Am 5. Juli 1946 bekam man in Frankreich den ersten Bikini zu sehen, und das war ein Skandal. Gerade mal vier kleine, mit Schnüren zusammengehaltene Stoffdreiecke am Körper wurden von der Nackttänzerin Micheline Bernadini auf dem Laufsteg im Pariser Nobelbad „Molitor“ vorgeführt. Erfunden wurde der Bikini von Louis Réard, einem Maschinenbauingenieur. Seriöse Mannequins waren nicht bereit, sich so in der Öffentlichkeit zu zeigen, denn sie fürchteten um ihren guten Ruf.

1954 entwarf der in Österreich geborene avantgardistische Modeschöpfer Rudi Gernreich Strickbadeanzüge. Seine Modelle formten die Silhouette der Frau naturgetreu, im Gegensatz zur damaligen Bademode, die Wespentaillen und Push-Up-Brüste bevorzugte. Der erste trägerlose Badeanzug tauchte auf, und anstelle von Baumwolle wurde Nylon verwendet. Der Bikini jedoch war noch an fast allen Badeorten verboten.

Die sexuelle Revolution der 1960er Jahre löste die Prüderie ab. Auch wenn in so manchem Schwimmbad zu lesen war, dass das Tragen sogenannter Bikini-Anzüge verboten sei. Strohhüte, -taschen und Kopftücher kamen außerdem ganz groß in Mode.

Auch 1964 machte Rudi Gernreich wieder von sich reden und präsentierte Fotos des Models Peggy Moffitt mit einem Monokini, einem Badeanzug, der den nackten Busen zeigte. Wiederum kam es zum Aufruhr. Es gab Verhaftungen von Frauen, die sich in der Öffentlichkeit zeigten, Hausfrauenverbände protestierten und der Vatikan war empört.

String, Tankini und Burkini

In den 1980er experimentierte man mit Leder, Pelzen, Perlen und Metallen und erfand den Stringtanga. 1989 entwarf Ann Coole den Tankini, der sich durch das Oberteil in Form eines Tank-Tops vom Bikini unterscheidet.

Danach gab es nichts wirklich Aufsehenerregendes und Neues. Es wird auf schon dagewesene Mode zurückgegriffen, vermischt - und als neuester Trend präsentiert. Badeanzüge, Bikinis, Monokinis, Tankinis und sogar Burkinis, die bevorzugt von moslemischen Frauen getragen werden, sind heute in allen Formen und Farben denkbar.

Themenbereich: Strandmode und Bademode